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Der Fundplatz Thorsberger Moor

Nachdem durch Torfabbau in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts vermehrt außergewöhnliche Gegenstände bekannt wurden, rückte der Fundplatz aufgrund der zwischen 1858 und 1861 durch Helvig Conrad Engelhardt ausgeführten Ausgrabungen und seiner darauf folgenden Publikation (1863) in das Blickfeld der Wissenschaft.

 

Der Ausgräber erkannte bereits Parallelen zwischen dem hier geborgenen Fundensemble und der Fundzusammensetzung weiterer von ihm später bearbeiteter Plätze in Dänemark (Nydam Mose, Vimose, Kragehul Mose, Porskjær). Mit seiner Arbeit legte Engelhardt unbewusst den Grundstein für eine neue archäologische Quellengattung, welche die Fachwelt zunächst vor große Rätsel stellte. Inzwischen werden diese Lokalitäten mit großen Fundmengen von Heeresausrüstungen auch unter dem Begriff „Kriegsbeuteopferplätze“ zusammengefasst.

 

Seit ihrer Bergung im südöstlichen Bereich des Thorsberger Moores widerfuhr den Artefakten eine wechselhafte Geschichte, die letztlich dazu führte, dass sie in verschiedene Museen gelangten. Der Großteil des Fundmaterials wird heute im Archäologischen Landesmuseum Schleswig auf Schloss Gottorf aufbewahrt und dem Besucher im Rahmen der Dauerausstellung präsentiert.

 

 

 

Abb. 2: Der dänische Archäologe und Ausgräber des Thorsberger Moores: Helvig Conrad Engelhardt (1825–1881)

 

Abb. 3: Eine digitalisierte Skizze von Engelhardt mit den von ihm untersuchten Flächen A, B und C sowie der digitalisierte Grabungsplan von 1860 in seiner als „O“ gekennzeichneten Fläche, eingebunden in die aktuelle Tiefenkarte des Thorsberger Moores. (Karin Göbel, ZBSA)

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